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Glossar

Ich benutze so einige Begriffe, einige vielleicht sogar unkorrekt, da erscheint es doch sinnvoll, die Wichtigsten zu erklären.

Wenn ich allzu großen Unsinn schreiben sollte, bitte einfach eine Mail schreiben.

A

Wolgang Adelung

Der Autor des Standardwerks: Einführung in den Orgelbau. Nach der Lektüre begibt man sich sofort in den Baumarkt und beginnt zu schrauben. Das Ergebnis nennt man dann Kellerorgel.

Abstrakte

Teil der Traktur.

B

Bass

Wenn eine Orgel nur ein Manual hat, etwa bei manchen Positiven - kann man den Bassteil des Manuals (untere zwei Oktaven) unabhängig von dem Diskant (die restlichen Oktaven) registrieren. Kurz wird dann nur von Bass und Diskant gesprochen. Natürlichönnen beide Bereiche auch unterschiedliche Register haben. Mein Positiv hat etwa nur im Diskant eine Terz.

[Klavierteilung]

C

Choralbass

Ein Pedalregister in vier Fußtonlage. Bei Chorälen wie Bachs Jesu bleibet meine Freude wird der schwierigere Bass in der linken Hand gespielt, der Teil der linken Hand im Pedal. Damit dieser Teil nicht zu tief klingt - das Pedal hat ja nur zweieinhalb Oktaven - zieht man einen Vierfuß. Der Choralbass ist in der Regel ein Prinzipal.

D

Diskant

Wenn eine Orgel nur ein Manual hat, etwa bei Positiven - kann man den Bassteil des Manuals (untere zwei Oktaven) unabhängig von dem Diskant (die restlichen Oktaven) registrieren. Kurz wird dann nur von Bass und Diskant gesprochen.

Es gibt auch reine Diskantregister. Da die Pfeifen mit zunehmender Tonhöhe im Durchmesser abnehmen, ist im Diskantbereich mehr Platz auf der Windlade, daher bietet es sich besonders bei Schleifladen an, hier zusätzliche Register wie die Quint einzubauen. Kornette in Barockorgeln sind aus Platz- und Kostengründen oft nur im Diskant ausgebaut. (Kornette sind sehr große Mixturen). Beispiel: Welschnonnenkirche in Trier.

[Klavierteilung]

E

Engchor

Die Register des Engchores haben alle eine enge Mensur und sind daher Obertonreich. Der Prinzipal gehört auch schon zum Engchor. Ist die Mensur enger als beim Prinzipal und wird die Pfeife dazu noch überblasen, spricht man auch vom Überengchor oder den Streichern. Die bekannsten Klangfarben davon sind die deutschen Streicher wie etwa Viola da Gamba oder Salizional.

[Gambe]

F

Fernwerk

Wie der Name schon sagt, ein Werk das weit weg von der Orgel steht. In der St Albanus Pfarrkirche in Schillingen ist ein Salizional über den beiden vorderen Seitenaltären aufgehangen, das über den Dachboden mit Wind versorgt wird. Mit Fernwerken lassen sich schöne Echoeffekte erzeugen.

G

Gambe

siehe Viola da Gamba, ein streichendes Register

Gedackt oder Gedeckt

Ein Register bei dem die Pfeifen mit einem Deckel (Hut) verschlossen sind /Metallpfeifen). Bei Holzpfeifen ist meist kein Hut aufgesetzt, sondern ein Pfopfen eingesetzt. Der Effekt ist natürlich der Gleiche. Durch den Deckel verdoppelt sich die Wellenlänge. Somit sind die Pfeifen bei gleicher Tonlage nur halb so lang wie bei einer offenen Pfeife. Allerdings fehlt im Spektrum jede zweite Frequenz. (Kann ja nicht anders sein, wenn die Wellenlänge verdoppelt wird). Man kann diesen Effekt mildern, indem man in den Hut ein Loch bohrt oder ein Rohr ein lässt. Beispiel: Rohrflöte.

Der Name Gedackt ist älter, beide Bezeichnungen sind heute noch üblich.

[Gedeckt]

H

Hauptwerk

Das größte Werk der Orgel, das vom besterreichbaren Manual angespielt wird.

I

J

K

Kegellade

Eine weit verbreitete Art der Registerkanzelle. In der Romantik sehr beliebt, weil sie sich gut pneumatisch betreiben lässt. Damit sind beliebig große Orgeln möglich. Seit einiger Zeit sind Kegelladen wieder aus der Mode gekommen. Heute werden meist wieder Schleifladen gebaut.

[Kegellade von unten]

Das Bild zeigt die einzelnen Kegelventile von unten.

Kleingedeckt, Kleingedackt

Gedecktes Register meist in in vier oder zwei Fußlage.

Klotz

Hans Klotz ist ein weiterer Autor eines Standardwerkes: Das Buch von der Orgel. Meist verweist man aber nur auf den Klotz.

L

M

Mensur

Das Verhältnis von Pfeifenquerschnitt zu der Länge. Daraus ergibt sich dann das Spektrum. Weite Mensuren bedeuten weniger Obertöne, engere Mensuren mehr Obertöne. Der Winddruck und die Form der Pfeifen (Bohrungen, Hüte, Röhrchen,...) spielen dabei aber auch eine Rolle.

Mixtur

Bei einer Mixtur stehen über jeder Bohrung der Windlade mehrere Pfeifen. Die hohen Mixturen dienen als Klangkronen, die geben dem Klang Glanz oder auch Schärfe.

Damit der Klang bei hohen Tönen nicht zu piepsig wird, repitieren Mixturen oft, was bedeutet, dass z.B. zwei Oktaven als 2 Fuß gebaut sind, die dritte Oktave dann aber als 4 Fuß, die fünfte wiederum als 8 Fuß. Die Fußzahl bezieht sich dabei auf die Länge eines großen C. Ein 8' in der dritten Oktave ist daher nur 2' lang.

N

O

P

Pedal

Klaviatur, die mit den Füßen zu spielen ist. Pedale haben in der Regel zweieinhalb Oktaven. Pedalregister sind meist Bassregister.

Praetorius

Manche kennen Michael Praetorius nur als Komponist, er hat aber auch ein Werk über die Orgel geschrieben, dass noch heute gelesen wird.

Prinzipal

Ein Register mit enger bis mittlerer Mensur. Das Fundament der Orgel. Bei kleineren Orgeln oder Positiven meist nur in 4 oder 2 Fußlage.

Prinzipalchor

Die Register des Prinzipalchores haben alle eine enge bis mittlere Mensur. Die bekannsten Klangfarben sind die Prinzipale, aber auch die Mixturen und Zimbeln sowie Aliquoten gehören zum Prinzipalchor.

Q

R

Registerkanzellenlade

Bei einer Registerkanzelle wird eine Kammer mit Wind geflutet, sobald das Register eingeschaltet wird. Jedes Register hat genau eine Kammer. Zwischen der Kammer und den Pfeifen sind Ventile, pro Ton eines Registers genau eines. Die Taste sorgt nun dafür, dass das entsprechende Ventil ge&ooml;ffnet wird.

Die häufigste Registerkanzellenlade ist die Kegellade, die meist pneumatisch oder elektro- pneumatisch gebaut wird. Bei einer rein mechanischen Kegellade hat der Organist pro Register ein Ventil zu bewegen, also bei sechs Registern auch sechs Ventile, was die Traktur schwergängig machen kann. Bei der elektrischen oder pneumatischen Bauform fir nur ein Relas bewegt (meist ein pneumatisches Relais), woduch praktisch unbegrenzt viele Register angesteuert werden können.

Rohrföte

Ein halbgedecktes Register mit weiter Mensur. Ein Rohr durchbricht den Hut womit mehr Obertöne entstehen. Meist in acht, vier oder zwei Fußlage.

Wegen der halben Höhe gerne in Positiven oder Kleinorgeln genutzt.

S

Salizional

Ein sehr eng mesuriertes Register des Engchores, also ein Streicher. Der Salizional wird meist als 8 Fuß gebaut ist aber leiser als die Viola da Gamba (jedenfalls in der Orgel in Schillingen)

Schleife

Ein dünnes Brett, mit dem dem Wind der Weg in die Pfeife versperrt werden kann. Der Englische Ausdruck "Stop" für Register kommt daher. "Stop the wind".

Das Verschieben der Schleifbretter hat den Begriff ein Register ziehen in die Umgangssprache gebracht.

[Schleife, Schleifbrett]

Oben ist die Schleife und damit das Register "gezogen", die Löcher der Schleife wie auch der Lade liegen übereinander. Unten ist die Schleife hineingeschoben, dem Wind ist daher der Weg zur Pfeife versperrt.

Schleiflade

Die Schleiflade ist eine Tonkanzellenlade. Um einzelne Register wä,hlen zu können, wird zwischen die Kanzelle und die Pfeife ein Brett gesteckt, das verschiebbar ist. In dem Brett - der Schleife - sind Bohrungen angebracht, die den Weg freigeben. Verschiebt man die Schleife ein Stück, dann liegen die Bohungen der Schleife nicht mehr über den Bohrungen über den Kanzellen und die Pfeifen dieses Registers bleiben stumm.

Bei der Schleiflade hat der Organist Ton ein Ventil zu bewegen, ganz gleich wieviele Register das Werk hat.

Das Verschieben der Schleifbretter hat den Begriff ein Register ziehen in die Umgangssprache gebracht.

T

Tonkanzellenlade

Die Tonkanzellen stammen von den ältesten Orgeln ab. Bis zur Renaissance gab es keine Registerauswahl, sondern Blockwerke. Diese waren Tonkanzellen. Bei einer Tonkanzelle wird eine Kammer mit Wind geflutet, sobald die entsprechende Taste gedrückt wird. Fü jede Taste gibt es genau eine Kammer. Um einzelne Register zu- oder abschalten zu können, kann der Weg von der Kammer zur Pfeife verschlossen werden. Bei Springladen geschieht das durch Ventile und Federn (altdeutsch Spring = Feder), bei Schleifladen durch Schleifbretter.

Die häufigste Tonkanzellenlade ist die Schleiflade, die meist mechanisch gebaut wird. Springladen sind sehr selten und etwas anfällig, gelten aber als das Nonplusultra was Klangqualität angeht.

U

V

Viola da Gamba

Ein Register des Engchores, ein Streicher. Die Viola da Gamba wird meist als 8 Fuß gebaut.

W

Weitchor

Die Register des Weitchores haben alle eine weite Mensur und sind daher Obertonarm. Die bekannsten Klangfarben sind die Flöten. Es gibt aber auch Aliquoten vie den Nasat (etwa mit 2 2/3 Fuß) und auch mehrchörige Register mit weiter Mensur.

Windlade

Die Windlade ist das Herz der Orgel. Hier werden aus Tastendücken und Registerzügen Töne gemacht. Jeder Windlade bildet eine Matrix. Eine Pfeife klingt dann, wenn das zugehörige Register gezogen ist und die entsprechende Taste gedr¨ckt wird oder eine Taste eines angekoppelten Manuals oder Pedals gedrückt wird.

Man unterscheidet prinzipiell Tonkanzellenladen (Schleiflade und Springlade,..) und Registerkanzellenladen (Kegellade, Taschenlade,..).

X

Y

Z

(Register-) Züge

Bei Schleifladen werden Registerschleifen gezogen, man bewegt mit einem Zug ein Brett, um Bohrungen über die Bohungen der Windlade zu bringen und damit das Register einzuschalten. Schiebt man den Zug zurück, dann wird das Register wieder ausgeschaltet. (abgestoßen)