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Die Kellerorgel

Übersicht

Seit 2003 stehen in Schillingen zwei recht unterschiedliche Orgeln. Zum einen ein Positiv mit angehängten Pedal, zum anderen eine Kellerorgel, die aus den Teilen mehrerer Kirchenorgeln und vielen Teilen aus diversen Baumärkten zusammengestellt wurde.

Diese Seite beschreibt nun die Disposition und den groben Aufbau der Orgel. Auf den naächsten Seiten werden dann Details zu den einzelnen Registern, den Windladen, der Traktur sowie der Orgel in Greding aus der dieses Instrument zu großen Teilen hervorgegangen ist, beschrieben.

Die Register

Windladen

Details der Traktur

Die Vorgägerorgel in Greding

Etwas zur Baugeschichte

Beschreibung

[Orgel]

Warum Kellerorgel? Weil sie im Keller steht. Im Wohnraum steht noch eine mechanische Orgel (Schleiflade, 4 1/2 Register). Diese ist allerdings fertig und voll spielbereit, so daß es sich verbietet, daran herumzubasteln.

Das Projekt entstand aus dem Zufall, daß die Orgel, die nun das Hauptwerk bildet, sehr preiswert bei Ebay zum Verkauf stand - und ich sie trotz niedrigem Gebot tatsächlich ersteigern konnte.

Die Kellerorgel besteht aus zwei Werken, die von jeweils einem Keyboard angesteuert werden. Das Pedal is mittlerweile auch mit MIDI aufgerüstet und dann an das Hauptwerk angehängt.

Insgesamt gibt es drei Windladen: Die Orgel aus Erasbach hatte eine Windlade für das Manual, sowie eine für das Pedal, auf der auch die tiefsten 12 Pfeifen des Prinzipal 8' standen. Hinzu kam eine einzelne, an das Hauptwerk angekoppelte Windlade für das Register Viola da Gamba (8'), die aber heute in Meerbusch in unserer gemeinsamen Mietwohung steht. Dies kam wohl daher, dass in den 20er Jahren die Orgel eben um dieses Register erweitert wurde. Alle diese Windladen sind pneumatische Kelgelladen mit pneumatischer Spiel und Registertraktur. Beide Trakturen sind nun eletrisch und werden über MIDI angesteuert.

Die Orgel wurde 1903 bei Binder und Sohn in Regensburg gebaut. Ursprünglich stand sie in Erasbach. Später kam eine Erweiterung in Form der Viola da Gamba 8' hinzu.

Die vierte Windlade, die das Rückpositiv bildet, ist eine elektropneumatische Kegellade, die aus einer Kirche in Hessen stammt. Hier wurde die Elektrik um eine MIDI- Ansteuerung ergänzt, um normale Keyboards und auch einen Rechner (Atari Falcon oder Milan 040) zur Ansteuerung benutzen zu können. Zu Testzwecken oder zum Stimmen ist dies sehr hilfreich.

Da der Keller nur 2,10m hoch ist, konnte der alte Prospekt nicht mehr aufgebaut werden, statt dessen wanderte die Oktav 4' an die Seiten und bildet so einen Abschluss, da auch das alte Gehäuse nicht wieder aufgebaut werden konnte.

Das Bild zeigt den neuen Prospekt aufgebaut im Keller. Im Prospekt stehen Teile der Oktav 4' sowie die größten Metallpfeifen des Prinzipal 8', die zu hoch waren, um sie auf der Windlade aufzustellen. Auf der Lade sieht man, dass die kleinen Pfeifen des Holzgedeckt 8' aus Metall sind. Gut zu erkennen sind die roten Filzdichtungen, die zwischen Pfeife und "Hut" liegen. Auf der Windlade liegt übrigens "Das Buch von der Orgel" von Hans Klotz. Neben Wolfgang Adelungs "Einführung in den Orgelbau" ein Standardwerk, das mir gute Dienste beim Umbau des Instruments geleistet hat.

Der Spieltisch steht neben dem Positiv. Ursprünglich war dieses Werk ein Unterwerk einer barockisierten Orgel.


Disposition

Traktur

MIDI Spieltraktur (MIDI - elektro - Pneumatik)

elektro- pneumatische Registratur

Disposition

Hauptwerk (Binder und Sohn, Regensburg, 1903)

  • Prinzipal 8'
  • Holzgedeckt 8'
  • Oktave 4'
  • Zimbel 2-3 fach (Terzzimbel, 2 Repetitionen)

Rückpositiv (Windlade aus evangelischer Kirche Bieber)

  • Lieblich Gedackt 8'- vorher Rohrflöte 8'
  • Viola da Gamba 8' - vorher Gemshorn 4'
  • Flöte 4'
  • Prinzipal 2'
  • Siffflöte 1'


Pedal (Keine eigene Windlade, an Hauptwerk angehangen)

Die Disposition ist noch unvollständig, die fehlenden Register wurden in den jeweiligen Orgeln weiterverwandt. Sie sollten sich aber im Laufe der Zeit gebraucht besorgen lassen.

Einem Puristen ist das sicher ein Grausen, schließlich sollte man sich Gedanken über die Disposition machen, bevor man eine Orgel aufbaut. Allerdings muss man etwas flexibel sein, wenn man Teile im Internet oder gebraucht beim Orgelbbauer bekommen will.

[Orgel]

Insgesamt soll die Orgel aber weder so romantisch sein, wie das Orginal in Greding (4 Achtfüsser bei nur einer Oktav und einer Mixtur), noch so neo- barock wie in Bieber (nur ein 8 Fuß, dafür aber alle Fußlagen bis zum 1 Fuß)

Im Hauptwerk ist daher der "Prinzipalchor" mit dem 8', dem 4' und der Zimbel, dazu ein Zartgedackt 8' vertreten.

Die Zimbel startet mit C auf 1/2' + 1/3' + 1/4' und repetiert zweimal bei der Taste "C". Obwohl man die Lade leicht für eine dreifache Zimbel aufbohren könnte und auch alle Pfeifen vorhanden sind, bleibt die Zimbel bei den tieferen Tönen zweifach, weil sie sonst zu scharf klingen würde.

Für das Pedal steht eine eigene Windlade bereit. Sie bietet 30 Bohrungen für einen Subbass 16'. Die Pfeifen habe ich ich an einen Orgelbauer abgegeben, der mir immer wieder mit Teilen und Adressen aushilft. Dafür gab es dann einen kleineren Motor (das alte aus Erasbach war für den Kellerraum viel zu stark). In einem Kellerraum kann man ein so großes Register mit einer weiten Mensur nicht aufbauen. Daher ist das Pedal pfeifenlos und via MIDI an das Hauptwerk angebunden. Dieser Koppel ist nicht abschaltbar.

Im Rückpositiv (Bild links: Von vorne: Siffflöte 1', Prinzipal 2', Krummhorn 8', Viola da Gamba 8' und hinten aufgebänkt Lieblich Gedackt 8') dagegen steht der Weitchor mit den Flöten Lieblich Gedackt 8', sowie Siffflöte 1'. Der Engchor wird nur von einem einsamen Prinzipal 2' vertreten, dazu kommt noch eine Viola da Gamba 8'. Seit Herbst 2006 gibt es noch eine Zunge, nämlich ein Krummhorn 8', das nicht so schneidend ist wie eine Trompete, zudem sehr eng mensuriert ist und mit dem niedrigen Winddruck zurecht kommt.

Das Rückpositiv steht in einem Gehäuse, während das Hauptwerk offen aufgestellt ist.


Hier nun die alte Disposition in der die beiden Werke in ihren jeweiligen Kirchen in Erasbach und Biever aufgebaut waren:

Hauptwerk (katholische Pfarrkirche in Erasbach)

  • Prinzipal 8' (12 Pfeifen auf Pedalwindlade)
  • Oktave 4'
  • Salizional 8'
  • Holzgedeckt 8'
  • Mixtur 2-3 fach
  • Viola da Gamba 8' (auf eigener Lade)
  • Subbass 16' (auf der Pedalwindlade)

Alte Disposition des Positivs:

Unterwerk (aus der Kirche in Bieber)

  • Rohrflöte 8'
  • Gemshorn 4'
  • Superoktave 2'
  • Quinte 1 1/3'
  • Siffflöte 1'