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Orgel in der Pfarrkirche St. Albanus in Schillingen

An dieser Orgel habe ich natürlich noch nicht gebastelt und werde es auch nicht tun. Ich habe nur einmal darauf gespielt, als ich Stücke für meine Brautmesse testen wollte. Allerdings bin ich seit frühester Kindheit in dieser Gemeinde, so dass diese Seiten ohne das Instrument einfach nicht vollständig wäre.

Das Instrument wurde im Jahr 1959 von der Firma Christian Gerhard und Söhne in Boppard mit Teilen einer älteren Orgel von Johann Adolph Ibach erbaut . Die Registertraktur wie auch die Spieltraktur ist seitdem elektropneumatisch.

Besonders die Traktur erwies sich in den letzten Jahren als unzuverlässig. Während ein erstes Gutachten zu Kauf einer neuen Orgel riet, kommt ein neueres Gutachten zum Schluss, dass die Orgel erhalten werden kann, wenn der Spieltisch ausgetauscht wird.

Es gibt seit 1998 einen Orgelbauverein, der sich das Ziel gesetzt die Situation zu verbessern. Das Ziel eine neue Orgel anzuschaffen wird nicht mehr verfolgt. Vielmehr wird die erhaltenswerte Substanz durch eine neue Traktur ergäzt, so dass das Instrument wieder für einige Jahre seinen Dienst tun kann. Die Windladen sind dicht, die Pfeifen sind zuminstest teilweise hochwertig, so dass es sich lohnt, einen neuen Spieltisch anzuschaffen. Dieser wird dann ähnlich einer Wechselsschleife die Möglichkeit bieten, von beiden Manualen und dem Pedal jedes Register anzuspielen.

[St. Albanus, Schillingen]

Beschreibung

Die Orgel ist recht ungewöhnlich aufgebaut. Der Spieltisch mit zwei Manualen und einem Pedal ist noch normal, ungewöhnlich ist jedoch das Echowerk über den Seitenaltären, das nicht etwa über einen Registerknopf eingeschaltet wird, sondern über den Schalter für sein Gebläse. Es dauert also etwa eine halbe Minute, bis man das Register auch anspielen kann. Zudem hat es kein eigenes Manual, sondern ist an das zweite Manual angehängt. Somit kann man nur ein Echo gegen das Hauptwerk spielen. Hinzu kommt, dass der Salizional sehr leise ist.

Das Pedalwerk wiederum verteilt sich auf einzelne Laden für die beiden 16 Fußregister und weitere für den Rest. Die Laden sind jeweils in C- und Cis-Laden unterteilt.

[St. Albanus, Schillingen]

Die beiden Manualwerke sind auf einer Metallkonstruktion aufgebaut, die in den Raum hineinragt. Ziel war es beim Bau wohl, viel Platz für den Kirchenchor zu schaffen.

Die Windladen sind jeweils in eine C- und eine Cis- Lade geteilt, wobei die Windladen quer zum Prospekt stehen! Der Prospekt ist daher komplett über Schlaufleitungen an die Windladen angeschlossen. Im Prospekt stehen die Register Praestant sowie Teile des Prinzipals.

Ein Gehäuse gibt es nicht, statt dessen einen sogenannten Frankfurter Prospekt.

Gut gelöst ist die Aufstellung des Gebläses auf dem Speicher, die die Luft aus dem Kirchenraum ansaugt und somit die zumindest vermeidet, dass nasse und kalte Luft in die Windladen geblasen wird und dort kondensiert. Eine Aufstellung unter der Orgel wäre natürlich besser aber man wollte ja Platz gewinnen.

Disposition

Hauptwerk - Erstes Manual

  • Prinzipal 8'
  • Bordun 8'
  • Praestant 4'
  • Flöte 4'
  • Quintflöte 2 2/2'
  • Schwegel 2'
  • Hörnlein 1'
  • Mixtur 3 - 4 fach

Zweites Werk - Zweites Manual

  • Gedeckt 8'
  • Salizional 8'
  • Italienischer Prinzipal 4'
  • Flöte 4'
  • Piccolo 2'
  • Cymbel 2 fach

Fernwerk - feste Koppel an das zweite Manual

  • Salizional 8', eigene Windlade

Pedal

  • Subbass 16'
  • Geigenprinzipal 16'
  • Oktavbass 8'
  • Choralbass 4'
  • Bauernflöte 2'
Spielhilfen

Hauptwerk - Erstes Manual

  • Koppel Pedal zu I
  • Koppel Pedal zu II
  • Koppel I zu Pedal
  • Koppel II zu Pedal
  • Koppel II zu I
  • Tutti
  • Ein Setzer für die gesamte Anlage
  • keine Fußtritte

Aufnahmen

Diese Aufnahmen haben wir im November 2009 in der Kirche mitgeschitten.

Bereite Dich Zion, Johann Sebastian Bach

Kurzfristige Maßnahmen

Der Abschnitt beschreibt meine Meinung und ist mit niemandem Abgesprochen.

Die Windladen sowie die meisten Pfeifen sind noch in Ordnung. Man muss also nicht das ganze Instrument austauscen. Um das Instrument kurzfristig interessanter zu machen, könnte man beispielsweise Register austauschen:

Hauptwerk:

Flöte 4' durch eine Trompete 8', Hörnlein 1' oder Schwegel durch ein Regal 8'

Zweites Werk:

Italienischer Prinzipal 4' durch eine Oboe 8'

Damit hätte man eine leise Zunge im Hauptwerk und dazu mit der Trompete einen "Kracher" für festliche Einzüge. Die Oboe könnte solistisch eingesetzt werden, bei Vorspielen oder auch bei Vortragsstücken. Eine Ergänzungslade könnte die neuen Register aufnehmen, wenn man keine bestehenden opfern will.