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Wie bespanne ich richtig


Einspannen

Der Schläger muß vor dem Bespannen so eingespannt werden, daß der Druck ihn möglichst wenig verformen kann. Dazu hat unsere Maschine 6 Haltepunkte: Das große Bild zeigt die Maschine ohne einen eingespannten Schläger.

Zuerst befestigt man die beiden Spannschrauben oben und am Schlägerherz. Mit den Flügelschrauben an der Maschine kann man dazu die Länge des Bocks verstellen, um sich an verschiedene Schlägerlängen anzupassen.

Anschließend spannt man die vier beweglichen Haltezwingen an. Diese sollten möglichst gleichmäßg über den Rahmen verteilt sein.

Diese Zwingen fangen den Zug ab, der beim Einziehen der Längsseiten auf den Schläger ausgeübt wird und verhindern so, daß der Rahmen sich verzieht.

Diese Zwingen sollten handfest angezogen werden.

Abmessen der Saite

Wenn man den Schläger mit einer einzelnen Saite bespannen will, kann man sich natürlich das Abmessen der Saite sparen. Diese Rollen sind meist zwischen 11 und 12 Meter lang. Das reicht für alle üblichen Schläger. Allerdings sind diese Saiten meist sehr teuer. Daher bieten wir hauptsächlich Saiten auf 200 m langen Rollen an. Hier muß man erst die benötigte Länge abmessen. Für die Schläger, die wir bereits einmal bespannt haben, findet man an der Maschine eine Tabelle mit der benötigten Länge, dem Teilungsverhältnis, sowie der genutzten Zughärte.

Um sicherzugehen, daß die Saite lang genug ist, sollte man beim ersten Bespannen etwa 12 Meter abschneiden. Ist dies getan, mut die Saite geteilt werden:

Damit man einen Anfang findet, setzt man an zunächst eine bewegliche Zange an, die den Zug der Maschine abfängt, bis der Konten die Saite fixiert.

Dieser Schläger hat 3 Doppelösen im Schlägerherz. Die Klammer wird daher innen an der Mittelöse angesetzt.

Das folgende Bild zeigt einen Schläger beim Einziehen der Längsseiten. Das Klebeband und der Aufkleber sind übrigens ein Maß für das Ablängen der Saiten. Gut, ein Metermaß täte es sicher auch, aber so ist die Maschine doch etwas Individuelles.

Bei einem Schläger mit 4 Doppelösen beginnt man oben an der Mittelöse.

Knoten dürfen niemals an den Schlägerseiten angebracht werden, da der Rahmen dort nicht steif genug ist.

Durch das Setzen dieser Zange, wird die Saite geteilt. Der kürzere Teil ist für die Hälfte der Längsseiten, mit denen man bis zum ersten Knoten fährt, der andere Teil ist für die andere Hälfte der Längssaiten und alle Quersaiten. Das Verhältnis ist etwa 6:14 (wir messen mit einem Maß von 60 cm, so daß 12 Meter 20 Längen entsprechen).

Da unsere Maschine pneumatisch arbeitet, ist das Spannen der Saiten bei uns sehr einfach: Man stellt die gewünschte Härte am Stellrad ein, klemmt die Saite in den Zugarm der Maschine und betätigt den Zug. Die Maschine zieht daraufhin die Saite auf die gewünschte Härte an und hält das Gewicht so lange, bis man den Arm zurückfahren läßt. Vorher klemmt man natürlich die Saite mit der festen Haltezange fest. Dann drecht man den Schläger um 180 Grad und zieh die nächste Saite ein.

Das folgende Bild zeigt die Stellschraube für die Bespannungshärte sowie die Anzeige für den Druck im Kompressor, die auf die übliche Zughärte geeicht ist.

Einziehen der Quersaiten

Die Quersaiten werden geauso eingezogen. Alledings muß man beim Einfädeln immer wieder nachsehen, daß man die Saite wirklich abwechselnd über und unter den Längssaiten durchzieht.

Knoten

2. Der 1. Knoten wird daher rechts unten an der stärksten Stelle des Rahmens angebracht. Die letzte Seite sollte man mit einem bis zwei bar zusätzlichen Druck einziehen, damit man den Druckverlust durch den knoten ausgleicht.

3. Wenn der 1. Konoten die Seite fixiert, kann man nun die verbleibenden 8 Längssaiten eingezogen werden. Nun kann auch die bewegliche Zange gelöst werden.

4. Beim Einziehen der Quersaiten ist darauf zu achten, daß man keine Kerben erzeugt. Dazu bewegt man die Saite auf dem Saitenbett, während man nachzieht.

5. Für den letzen Knoten sollte man wieder ein bis zwei bar mehr Druck einstellen.

Tips:

* Wenn sich die beweglichen Zwingen nicht befestigen lassen, weil der Schlägerkopf zu breit ist, kann man die Zwingen auf ihrer Halteschien lösen, so daß sie sich neigen lassen.

* Will man 4 Knoten statt zwei binden, so mißt man statt 14:6 eben 8 : 12 ab. Dann muß man die Saite jedoch viermal teilen. Vier Knoten sind dann notwendig, wenn man für die Längs- und Querseiten unterschiedliche Saitenarten verwenden will. Vier Knoten sind im übrigen leichter einzuziehen als zwei, weil man mit kürzeren Saitenstücken arbeiten kann.

* Man sollte die Saite vorne mit dem Saitenschneider anspitzen, damit man sie leichter durch die Ösen ziehen kann. Will man mit der Ahle Platz schaffen, solle man sehr vorsichtig sein, um die Saite nicht zu kerben.

* Wenn man beim Einziehen der Quersaite an einer Längsseite vorbei muß, die vor einer Öse verläuft, so sollte man die Angespitzte Saite mit einer Spitzzange durch die Öse schieben, weil die Ahle die bereits gespannte Saite beschädigen kann.

Das nächste Bild zeigt unsere Saistensammlung. Der Verein bietet hierbei nicht alle Saiten an, besorgt aber für Mitglieder auch eigene Rollen, wenn diese mit der Auswahl nicht zufrieden sind. Daher haben wir sogar Naturdarm im Angebot.